Mein Waldspaziergang führt mich oft an einer stattlichen Tanne vorbei. Sie schenkt mir jedes Mal eine ihrer unzähligen Nadeln. Ich breche sie auseinander, reibe sie in den Händen und rieche daran. Immer wieder bin ich erstaunt, welche Fülle und Intensität an Aromen sich aus einer so kleinen Nadel entfaltet – würzig, warm, umhüllend und kräftigend.
Solche kleinen Rituale, die Duft und Berührung verbinden, sind ein einfacher und wirkungsvoller Weg, um unser Wohlbefinden zu unterstützen. Sie sprechen die ältesten Teile unseres Gehirns an und wirken sich positiv auf unsere Emotionen und unsere Konzentration aus. Wenn wir mit etwas Neugier durch die Welt gehen, begegnen wir täglich Möglichkeiten für solche Duft- und Berührungsmomente.
Die Symbiose aus Berührung und Duft
Diese heilsame Verbindung nutzen wir auch in unserer Praxis. Im Übergang vom Sommer in den Herbst, wenn die dunklere Jahreszeit naht, machen sich bei manchen Menschen Gemütsveränderungen bemerkbar. Vielleicht lässt der Antrieb etwas nach, die Leichtigkeit schwindet oder eine innere Unruhe macht sich breit. Eine Massage kann dabei sowohl für den Körper als auch für das Gemüt eine Wohltat sein und das fehlende Sonnenlicht zurück ins Herz bringen.
Die Art der Massage bewirkt dabei Unterschiedliches: Während kräftige, tiefere Griffe vitalisierend und aktivierend wirken, berühren langsame und sanfte Streichungen die Seele auf ganz besondere Weise. In unserer Haut sitzen Nervenfasern, die ausschliesslich auf genau dieses langsame Streichen reagieren. Das hat einen ganz ursprünglichen Grund: Die Berührung fliesst direkt in unser Gefühlszentrum und spricht das menschliche Grundbedürfnis nach Geborgenheit und Sicherheit an. Sobald diese feinen Bahnen unserem Körper signalisieren, dass wir sicher sind, darf Erholung und Regeneration eintreten. Hier entfaltet eine achtsame Massage ihre Wirkung: Bei depressiven Verstimmungen, Ängsten, innerer Unruhe, Stress oder nach traumatischen Erfahrungen kann sie helfen, uns wieder liebevoll mit dem eigenen Körper in Kontakt zu bringen. Sie verleiht Schutz und Ruhe, während gleichzeitig Glückshormone wie Oxytocin und Endorphine ausgeschüttet werden. So stärkt sie uns auf körperlicher, psychischer und seelischer Ebene.
In unsere Behandlungen integrieren wir kraftspendende Pflanzenessenzen. Düfte wirken direkt auf unser limbisches System – das emotionale Gedächtnis des Gehirns. Ist uns ein Duft wohlgesonnen, sendet der Körper Signale der Entspannung aus. Dieses Erlebnis beginnt bei uns bereits vor der Praxistüre. Je nach Jahreszeit erwarten Sie blühende Rosen mit ihren samtenen Blütenblättern, beruhigender Lavendel und wilder Thymian. Schon vor dem Eintreten heissen sie Sie willkommen und laden zu einem Dufterlebnis ein.
Ein Tipp für Zuhause
Um die Wärme des Sommers in die kühleren Tage mitzunehmen, eignet sich das tiefrote Johanniskrautöl ganz wunderbar. Die gelben Blüten des Johanniskrautes werden traditionell um die Sommersonnenwende geerntet und in Öl eingelegt, wo sich über einige Wochen die reine Kraft der Sonne entfaltet. Johanniskraut ist bekannt für seine stimmungsaufhellenden, wärmenden Eigenschaften für das Gemüt und wirkt gleichzeitig lösend auf die Muskulatur.
Geben Sie abends zur Beruhigung etwas Johanniskrautöl in Ihre Hände, atmen Sie den Duft ein und massieren Sie sanft Ihren Hals, Nacken, die Schultern oder den oberen Brustbereich. Auch Ihre Füsse freuen sich über eine erdende Massage.
Wir wünschen Ihnen einen sanften Übergang in die neue Jahreszeit.
Herzlich
Ihr Loë Wellness Team
Cinzia & Marie-Pierre